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Dein erstes Permanent Make-up: So läuft es ab

Beim ersten Mal ist die Unsicherheit selten das Ergebnis. Sie ist der Ablauf: Was passiert eigentlich in diesen Terminen, ab wann ist etwas endgültig, und an welcher Stelle kann man noch Nein sagen? Dieser Text geht den Weg einmal von vorne bis hinten durch.

Der wichtigste Satz vorweg: Permanent Make-up ist kein Termin, sondern ein Weg über mehrere Wochen. Wer nur den Behandlungstag im Kopf hat, plant zu kurz.

Schritt 1: Die Beratung — hier wird noch nichts gemacht

Der erste Termin ist ein reiner Gesprächstermin. Bei uns in der Hubertstraße in Essen ist er bewusst vom Behandlungstermin getrennt, weil sonst eine Entscheidung auf dem Stuhl fällt, die Jahre bleibt.

Wir schauen uns dein Gesicht im Sitzen an — nur aufrecht sieht man, wie eine Braue im Gesicht tatsächlich steht. Wir schauen auf den Verlauf deines Brauenknochens, auf deine Symmetrie und darauf, wo eigene Härchen dicht sind und wo nicht.

Dann wird eine mögliche Form aufgezeichnet. Mit Stift, nicht mit Nadel. Du siehst sie im Spiegel und sagst, was dir gefällt und was nicht. Das ist erfahrungsgemäß der nützlichste Teil, weil Vorstellung und tatsächliche Wirkung selten deckungsgleich sind.

Wir sprechen über Farbe, und zwar ehrlich: Der eingebrachte Ton verändert sich während der Abheilung und über die Jahre. Was frisch gemacht wirkt, ist nicht das Endergebnis.

Und wir sprechen über das Unangenehme — Nachbehandlung, Auffrischung, was passiert, wenn es dir nicht gefällt, und in welchen Fällen wir abraten.

Was du mitbringen solltest: Bilder von Ergebnissen, die dir gefallen, und gern auch solche, die dir nicht gefallen — das Zweite ist oft aussagekräftiger. Dazu eine Liste deiner Medikamente, Hinweise auf Hauterkrankungen, Allergien oder Neigung zu wulstigen Narben. Und komm ungeschminkt: Auf einer geschminkten Braue lässt sich die Ausgangslage nicht beurteilen.

Wenn du bereits Permanent Make-up hast, decke es nicht ab. Vorhandene Pigmentierung entscheidet mit darüber, was überhaupt möglich ist.

Schritt 2: Die Tage vor dem Behandlungstermin

Ein paar Dinge entscheiden mit, wie gut der Termin läuft.

Kein Alkohol am Abend davor. Alkohol verdünnt das Blut. Die Folge: Es blutet mehr, die Haut nimmt Farbe schlechter an, und das Ergebnis kann ungleichmäßiger abheilen.

Peelings, Säuren und Retinol vorher pausieren. Sie arbeiten genau an der Hautschicht, um die es geht. Wann du sie absetzen solltest, sagen wir dir in der Beratung.

Nicht zupfen, nicht färben, nichts vorbereiten. Die Form entsteht am Termin. Wer vorher zupft, nimmt uns Material weg, an dem wir uns orientieren.

Iss etwas Ordentliches. Der häufigste Grund für einen abgebrochenen Termin ist nicht der Schmerz, sondern der Kreislauf.

Sag Bescheid, wenn sich etwas geändert hat. Neue Medikamente, eine Hautreaktion, eine Schwangerschaft: All das gehört gesagt, bevor der Termin beginnt.

Schritt 3: Der Behandlungstermin

Auch am Behandlungstag beginnt nichts sofort. Zuerst wird die Form noch einmal vorgezeichnet — jetzt genauer als in der Beratung, denn diese Zeichnung ist die Vorlage.

Du bekommst sie im Spiegel zu sehen, und dann kommt der Moment, um den es geht: die Freigabe. Bis zu diesem Punkt lässt sich alles ändern. Sag es, wenn dir etwas nicht passt, auch wenn es kleinlich wirkt. Ein Millimeter im Gesicht ist kein kleinliches Detail.

Der Farbton wird abgestimmt. Danach wird pigmentiert, in Etappen, mit Blicken zwischendurch.

Zur Empfindung: Permanent Make-up ist ein Eingriff in die Haut. Wie es sich anfühlt, ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt auch von der Stelle und von deiner Tagesform ab. Niemand kann dir vorher sagen, wie du es empfinden wirst — und wenn es zu unangenehm wird, sagst du Bescheid, dann wird pausiert.

Zum Schluss wird gereinigt und dir erklärt, wie es zu Hause weitergeht. Diese Erklärung sollte in Ruhe passieren, nicht an der Tür.

Schritt 4: Die ersten Tage

Direkt danach wirkt alles kräftiger und dunkler, als besprochen. Die Haut ist gereizt, oft leicht geschwollen. Das ist normal und nicht das Ergebnis.

Was jetzt zählt:

Nicht kratzen, nichts abziehen. Es wird schuppen und jucken. Was du entfernst, nimmt Pigment mit — und genau daraus entstehen Lücken.

Dünn pflegen. Genau das, was besprochen wurde, und sparsam. Eine dicke Schicht weicht die Haut auf.

Kein Wasser, in dem man liegt. Duschen ja; Badewanne, Schwimmbad, Sauna und Dampf, bis die Haut geschlossen ist, nicht. Solarium ebenfalls nicht.

Kein Make-up auf der Stelle, solange sie nicht abgeheilt ist.

Sonne meiden. Und danach dauerhaft schützen, wenn dir an der Farbe liegt.

Schritt 5: Das Zwischentief — und der zweite Termin

Wenn die Schuppung abgeht, wirkt das Ergebnis plötzlich blass und stellenweise fast weg. Fast alle erschrecken an dieser Stelle. Der Grund ist harmlos: Über dem Pigment liegt eine frische Hautschicht, die es verdeckt. In den Wochen danach klart sie auf, und ein Teil der Farbe wird wieder sichtbar.

Deshalb wird ein Ergebnis nicht nach einer Woche bewertet — und deshalb gehört ein zweiter Termin nach der Abheilung dazu. Die Haut stößt einen Teil des Pigments ab, und zwar nicht gleichmäßig. Erst im abgeheilten Zustand sieht man, wo nachgearbeitet werden muss.

Plane den zweiten Termin also von Anfang an ein. Das ist kein Zusatz für Pechfälle, sondern der normale Ablauf.

Wann wir abraten

Bei entzündeter oder verletzter Haut im geplanten Bereich, bei akuten Hauterkrankungen und direkt nach Peelings oder Laserbehandlungen in dieser Zone wird gewartet, nicht gearbeitet. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei blutverdünnenden Medikamenten und bei bestimmten Vorerkrankungen ist ärztliche Rücksprache nötig, bevor überhaupt geplant wird.

Und manchmal raten wir ab, weil dein gewünschtes Ergebnis mit Permanent Make-up nicht erreichbar ist. Wenn wir das in der Beratung sehen, sagen wir es dir. Genau dafür ist dieser Termin da.

Der häufigste Fehler beim ersten Mal

Der Termin wird zu dicht vor einem wichtigen Anlass gelegt. Zwischen Behandlung, Abheilung, Zwischentief und zweitem Termin liegen Wochen — und in dieser Zeit sieht das Ergebnis mehrfach anders aus als am Ende.

Wenn ein Datum im Kalender steht, sag es in der Beratung. Dann planen wir rückwärts, statt dich in die Woche vor der Feier zu schicken.

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